Geduld. Einfühlsamkeit. Zärtlichkeit. Achtsamkeit. Fairness. Einem Liebhaber werden viele Eigenschaften abverlangt, insbesondere dann, wenn boshafte Machtspiele im Zentrum der beiderseitigen Begierde stehen. Und es stimmt schon, man braucht diese Eigenschaften, um seiner Erwählten gleichzeitig das Gefühl von Sicherheit und Gefahr, Lust und Schmerz, Erniedrigung und Höhenflug, Spiel und Ernst zu bieten. Doch eines sollte eine Dame nicht vergessen. Jede Medaille hat zwei Seiten. Jeder Mann, möge er noch so hingebungsvoll und uneigennützig das Wohl der Dame im Auge haben, hat eigene Phantasien und Bilder in seinem Kopf.

Wenn er sie zu sich bestellt, in seine Suite  über der Stadt, dann sollte sie sich dessen bewusst sein. Sie sollte seine Wünsche kennen, wenn sie die Schwelle überschreitet und seinem Ruf folgt. Bevor sie zu ihm nach oben fährt, sollte sie seine dunklen Begierden kennen.

Die Begierde, sie nackt vor eine Fensterfront zu stellen, ihre Nippel gegen das kalte Glas zu drücken, während er ihr ins Ohr flüstert, dass Sie ihm den nackten Arsch entgegenstrecken soll, die Beine gespreizt, den Blick durch das Fenster nach draußen gerichtet; dass sie so zu verharren hat.
Die Begierde, sie im Unklaren darüber zu lassen, was sie als nächstes spüren wird.
Einen Eiswürfel, der über ihren Rücken streicht, so dass sich alle ihre feinen Haare auf der Haut aufstellen?
Seinen breiten Ledergürtel, den er ihr so kräftig über den Arsch zieht, dass sie unwillkürlich auf die Knie sinkt?
Die Spitze seiner Reitgerte, die ihre Innenschenkel liebkost und sich dann langsam weiter nach oben vorarbeitet, dorthin wo sie am empfindlichsten ist?
Einen Plug aus kaltem Edelstahl, den er ihr langsam einführt?
Oder seinen Schwanz, der sie einfach von hinten durchfickt. Egoistisch, hart, ohne sich um ihre Lust zu kümmern. Ohne ihr eine Chance zu geben, zu kommen. Ein Schwanz, der sie spüren lässt, dass sie benutzt wird. Ein Schwanz der nur eine Botschaft hat: Du gehörst mir.

Sie sollte daran denken, wenn sie in den Aufzug steigt und den Knopf für das oberste Stockwerk drückt. Aber vermutlich tut sie das. Mehr noch. Vermutlich ist es das, was sie sich am sehnlichsten wünscht.

 

 

Geschrieben von hamburgdecadence

Leben. Literatur. Genuss.

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